Freitag, 28. Oktober 2011

Donnerstag, 27. Oktober - Dancing with the whales

Nach einem entsetzlich gesunden Frühstück, wir mussten ja Buße für die Eggs Benedict tun, ging es nach Newport Beach. Am Hafen wartete bereits die Ocean Explorer auf uns, um mit uns auf Whale watching-Tour zu gehen. Wenige Seemeilen nach dem Hafenbecken sprangen schon die ersten Delfine um unser Boot herum. Ein paar Minuten weiter tauchte dann eine ganze Delfinschule neben uns auf. Unwillkürlich begannen wir: "Flipper, Flipper, jeder kennt ihn, den klugen Delfin" zu summen.
Neptun meinte es gut mit uns. Was wir in den kommenden 90 Minuten an Walen sahen, versetzte selbst die Schiffsbesatzung in Begeisterung. Rings um uns her kündigten steil aufschießende Fontänen das Auftauchen der Meeresriesen an. Man muss es erlebt haben wie die majestätischen Tiere aus dem Wasser hervor brechen, um gleich darauf nahezu geräuschlos im tiefen Blau des Pazifik zu verschwinden. Blau- und Finnwale wohin das Auge blickte. Höhepunkt war sicherlich ein Buckelwalweibchen mit seinem Jungtier, die keine 3 Meter neben unserem Boot auftauchten.
Der Weg zurück in den Hafen führte uns vorbei an luxuriösen Strandhäusern und schnittigen Yachten.
Nach so viel Meer gab's nur noch eins: Sushi bis zum Abwinken.
Das Leben kann so schön sein.

Donnerstag, 27. Oktober 2011

26. Oktober - Audienz in Hearst Castle

Hoch über der Küste bei San Simeon steht der monströse zu Stein erstarrte Traum des Zeitungskönigs William Randolph Hearst. Hearst Castle. Das gigantische Gebäude liegt in einer Parkanlage und umfasst alles in allem 165 Räume! Entworfen wurde das Casa Grande, wie Hearst es nannte, von einer Frau. Der damals einzigen Architektin der USA: Julia Morgan. Sie hatte in Paris und Berkeley studiert. Von 1919 - 1947 war sie mit diesem gigantischen Projekt beschäftigt.
William Randolph Hurst herrschte von hier aus über 40000 Angestellte in Zeitungen, Verlagen, Nachrichtenagenturen und Radiostationen. An Bau und Kunststilen ist so ziemlich alles verbaut, was jemals als Architektur oder Dekor bezeichnet wurde. Den Eingang säumt ein spanisches Klosterportal aus dem 15. Jahrhundert. Ein Chorgestühl aus Portugal gleichen Alters umrahmt das Esszimmer und ein Kamin aus Frankreich - nicht wesentlich jünger wärmte die grosse Halle. Hier trafen sich solch illustre Gäste wie Walt Disney, Jack Warner, Charlie Chaplin, F. Scott Fitzgerald, Marlene Dietrich....
Eine Einladung hierher war heiß begehrt. Eine bessere Chance zum Networking gab es in der damaligen Zeit nicht. Den Gästen bot sich der pure Luxus, auch wenn damit so manche Verpflichtung gegenüber dem Hausherren verbunden war: Ein Besuch des Privatzoos, der sich auf dem Anwesen befand, war Pflicht. Aber es gibt schlimmeres als Bären, Löwen, Zebras und Giraffen bestaunen zu müssen. Übrigens, der Film Citizen Kane beschreibt Hearst wohl sehr treffend.
Weiter ging es in das idyllische Kleinstädtchen San Luis Obispo. Weltbekannt für seine Schulpartnerschaft mit dem Stuttgarter Ebelu, Carstens Alma mater. Auch hier gibt es eine spanische Mission zu besichtigen, wie an vielen Orten an der kalifornischen Küste.
Weiter ging es am Pazifik entlang zurück nach Irvine. Nach den ruhigen Tagen in Big Sur traf uns die Rush Hour in Los Angeles mit voller Wucht. Wir werden vieles, sehr vieles in Deutschland vermissen, den Feierabendverkehr in amerikanischen Großstädten gewiss nicht.

Dienstag, 25. Oktober 2011

25. Oktober - Big Sur

Von Monterey ging es in südlicher Richtung dem spektakulärsten Abschnitt des Highway No. 1 entgegen: Big Sur. Unser erster Stop war Point Lobos. Entlang eines schmalen Küstenpfades ging es zu einer Seelöwenkolonie. Die munteren Kerlchen auf ihren Felsen zu beobachten, war ein Mordsspaß. Weiter ging es nach zum Andrew Molrea State Park. Eigentlich wollten wir nur die eine Meile zum Strand runter, um den großen Zeh in den Pazifik zu halten. Aber so einfach war's nicht: Zwischen uns und dem Strand war ein Bach, den wir erst einmal durchqueren mussten. Also Schuhe aus, Socken aus und die Hose hochgekrempelt! Der Blick auf ein die Fischreiher war die Mühe wert. Unsere nächste kleine Wanderung an diesem Tag machten wir im Pfeiffer Big Sur Statepark. Hier gibt es riesige Sequoia Bäume. Ähnlich ihren Artgenossen in Yosemite sind sie unglaublich gross nur viel viel dünner. Vorbei an den Pfeiffer Wasserfällen ging es steil bergauf zum Valley View Point. Hier waren wir über den Baumkronen der Sequoias. Der Blick reichte über das sonnenbeschienene Tal hinaus aufs Meer.
Eigentlich wollten wir noch die Henry Miller Library besichtigen, doch die war zu. Der letzte Park des Tages war der Julia Pfeiffer Burns State Park. Umgeben von Zedern ergießt sich ein Wasserfall direkt in den Pazifik, einmalig in Kalifornien.
Bevor wir unser Nachtlager in San Simeon erreichten, schauten wir bei der unterhalb von Hearst Castle gelegenen Seeelefantenkolonie vorbei. insgesamt 15000 dieser Tiere leben an diesem Küstenabschnitt. den Kolossen zuzuschauen ist einfach nur zum Quietschen. Oink, oink.

Montag, 24. Oktober 2011

24. Oktober - on the road again

Man sollte nicht die Beilagen des Chronicle beim Frühstück lesen, besonders dann nicht, wenn sie von Macy's sind. Und erst recht nicht, wenn darin die Eröffnung der grossen Weihnachtsausstellung angekündigt wird. Größer könnte der Kontrast kaum sein. Draußen scheint die Sonne und es ist 24 Grad warm und drinnen stehen Weihnachtsbäume und es dudelt die Weihnachtsmusik! Aber schön war es doch. Zum Abschluss gab es dann noch ein grosses Stück Käsekuchen in der Cheesecake-Factory hoch über den Dächern der Stadt. Dazu ein Smoothie- das Leben kann so schön sein. Mit der Sonne und der Golden Gate Bridge im Rücken und einer Träne im Augenwinkel verlassen wir die Stadt, die uns in kurzer Zeit so ans Herz gewachsen ist! Sicherlich ein Grund dafür war unser Zuhause in Bernal Heights. Unsere Gastgeber René und Alan waren richtige Schätze und die vielen Gespräche mit René, einem Exilkubaner, verhalfen uns zu Einblicken, die für "normale Touristen" verborgen bleiben!
Mit Kenny Rogers als Begleitmusik ging es auf dem legendären Pazifik Highway 1 die Küste runter nach Monterey. Der Blick auf die Klippen und den Ozean führten immer wieder zu Fotostops. Aber kann ein Bild diese atemberaubenden Ausblicke erfassen?

23. Oktober - San Francisco von der anderen Seite

Nach einem schnellen Frühstück ging es wieder ins Castro- Viertel. Diesmal aber in die Most Holy Redeemer Church. An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön an Dich, lieber Johannes, für die tollen Tipps. Aber zurück zur Kirche. Was passiert wenn man einen Gottesdienst besucht, habe ich ja berichtet. Nun, diesmal war es nicht viel anders. Diese katholische Gemeinde ist sehr stark in den Bereichen Soziales und HIV engagiert. Statt des üblichen Kirchenkaffees gab es heute ein kleines Oktoberfest zu Gunsten der AIDS- Hilfe! Während Carsten noch shoppen ging, traf ich mich mit einem Bekannten aus Oakland zum Lunch. Aber das ist eine andere Geschichte, bei der ich viel über die Situation von Afroamerikanern erfahren habe. Mit der Straßenbahn rummelten wir Richtung Pier 41. Dort ging es über die Bay nach Tiburon. Links von uns lag die Golden Gate Bridge, rechts thronte auf einem Felsen Alcatraz. Tiburon ist das Keitum von San Francisco. Der Blick auf die Silhouette der Stadt ist atemberaubend. Noch nie hat ein Croque Monsieur besser geschmeckt. Auf dem Heimweg haben wir noch den Seelöwen am Pier 39 "Hallo" gesagt. Ein letztes Mal ging es ins Nachtleben der Stadt am Pazifik.

22. Oktober - der Blick aus unserem Fenster bei Nacht